Im zweiten Finalspiel der Alsco Handball-Bundesliga Frauen lieferten sich die HSG Blomberg-Lippe und Borussia Dortmund ein echtes Endspiel auf höchstem Niveau. Vor 1.300 Zuschauern in der ausverkauften Sporthalle an der Ulmenallee unterlagen die Dortmunderinnen am Pfingstsonntag (24. Mai) denkbar knapp mit 27:28 (14:13) – und das auf dramatische Weise nur zwei Sekunden vor dem Abpfiff.

Der BVB verpasste damit die vorzeitige Entscheidung im Meisterschaftsrennen. Nach dem 28:27-Erfolg im Hinspiel in Dortmund hätte ein weiterer Sieg bereits den Titel bedeutet. Stattdessen kommt es nun am Sonntag, den 31. Mai um 16:30 Uhr, erneut in Blomberg zum alles entscheidenden dritten Spiel der Finalserie. Die Gastgeberinnen hatten sich das doppelte Heimrecht durch Platz eins in der Hauptrunde gesichert – und bleiben in dieser Saison vor heimischem Publikum weiterhin ohne Punktverlust. Die Partie begann zunächst mit Vorteilen für die HSG, die in den ersten 23 Minuten mehrfach in Führung lag. Doch die Dortmunderinnen steigerten sich im Verlauf der ersten Halbzeit deutlich und drehten das Spiel bis zur Pause in eine knappe 14:13-Führung.

Auch nach dem Seitenwechsel präsentierte sich das Team von Trainer Henk Groener zunächst souverän: Mit hohem Tempo, konsequentem Angriffsspiel und einer überragenden Torhüterin Sarah Wachter, die ihr Team mit zahlreichen Paraden im Spiel hielt, setzte sich der BVB zwischenzeitlich auf vier Tore ab. Doch die Schlussphase entwickelte sich zu einem nervenaufreibenden Krimi. Blomberg stellte defensiv um, agierte offensiver und brachte den BVB zunehmend aus dem Rhythmus. Die Dortmunderinnen verloren ihren Vorsprung, das Spiel wurde hektisch – und die Halle kochte.

In den letzten Sekunden überschlugen sich die Ereignisse: Beim Stand von 27:27 sah Rückraumspielerin Alina Grijseels ein mögliches Foul an sich, doch statt eines Siebenmeters für Dortmund fiel im direkten Gegenzug der entscheidende Treffer zum 28:27 für Blomberg. „45 Minuten haben wir alles richtig gut gemacht. Die letzten 15 Minuten waren unglücklich“, analysierte Grijseels nach der Partie. „Für mich war es ein Foul, ich bin komplett aus der Balance gekommen. Statt einem Siebenmeter für uns kassieren wir das Gegentor.“

Erfolgreichste Werferin auf Seiten des BVB war Déborah Lassource mit neun Treffern, deren starke Offensivleistung jedoch am Ende nicht belohnt wurde. Das dramatische Finale verfolgte auch das BVB-Präsidium um Hans-Joachim Watzke live in der Halle. Rund 150 mitgereiste Fans unterstützten die Dortmunderinnen lautstark und sorgten gemeinsam mit den heimischen Anhängern für eine elektrisierende Atmosphäre.

Die Enttäuschung nach dem Abpfiff war greifbar: Torhüterin Sarah Wachter saß fassungslos auf dem Hallenboden, während die Gastgeberinnen den umjubelten Sieg feierten. Damit ist auch die mögliche Titel- und Double-Feier des BVB zunächst vertagt. Erst im März hatten sich die Dortmunderinnen mit dem Gewinn des DHB-Pokals – unter anderem im Finale gegen Bensheim/Auerbach – bereits einen Titel gesichert. Nun soll am kommenden Sonntag die Meisterschaft folgen. Für Trainer Henk Groener, der den Verein nach vier erfolgreichen Jahren zum Saisonende verlassen wird, bietet sich damit eine letzte Chance, seine Amtszeit mit dem Meistertitel zu krönen.

Auch der geplante Empfang beim Dortmunder Oberbürgermeister Alexander Kalouti sowie der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt wurden durch die Niederlage um eine Woche verschoben. Fest steht: Das Titelrennen der beiden besten deutschen Mannschaften geht in die Verlängerung – und findet am 31. Mai seinen Höhepunkt.

Das Event Live Team war vor Ort und hat die Begegnung umfassend begleitet. Ein ausführlicher Bericht erscheint auf den Seiten der Ruhr Nachrichten. Zudem dürfen sich Fans auf exklusive Interviews, Spielanalysen und Highlight-Videos freuen, die die Emotionen dieses packenden Finalduells noch einmal eindrucksvoll widerspiegeln.